Wichtige Fragen und Antworten rund um die Technische Isolierung

Was ist Technische Isolierung und was soll damit erreicht werden?

Unter technischer Isolierung, häufig auch als Dämmtechnik bezeichnet, versteht man die Dämmung betriebstechnischer Anlagen in der Industrie und in Gebäuden. Dazu gehören beispielsweise Rohrleitungen, Tanks, Kessel, Abgaskanäle, Turbinen, Lüftungsleitungen und weiteres Prozessequipment (z.B. Wärmetauscher). Anwendungsbereiche sind z.B. der Sektor Energieerzeugung, die Öl-, und Gasindustrie oder die Produktion (z.B. Eisen- und Stahlindustrie, Maschinenbau, Kraftfahrzeuge, Lebensmittel).

Wesentliches Ziel der technischen Isolierung ist es, Energieverluste zu verhindern, die aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen Prozessmedium und Umgebung entstehen. Je nach Situation kommen dafür Wärme- oder Kältedämmungen zum Einsatz. Eine Reduktion des Energieverlustes ist nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll, sondern trägt durch den geringeren Ausstoß von Emissionen auch zum Umweltschutz bei.

Die technische Isolierung dient zudem der Prozesskontrolle. Bei einer Temperaturdifferenz von Prozessmedium und Umgebung wird Wärme übertragen, wodurch sich die Mediumstemperatur verändert. Gewisse Prozesse erlauben aber nur eine Temperaturänderung in einem bestimmten Bereich. Die Isolierung verhindert z.B. eine zu starke Abkühlung eines Mediums.



Zudem können betriebstechnische Anlagen durch technische Isolierung geschützt werden. So dient sie z.B. dem Brandschutz oder dem Gefrierschutz im Freien. Neben dem Anlagenschutz bietet die technische Isolierung aber auch einen erhöhten Personenschutz. Durch Wärmedämmung wird z.B. die Oberflächentemperatur teilweise im hohen Maß gegenüber einem ungedämmten Anlagenteil reduziert. Dadurch lässt sich das Verbrennungsrisiko reduzieren. Der beim Anlagenschutz angeführte Brandschutz dient ebenso dem Personenschutz. Zusätzlich reduziert der Schallschutz den Umgebungslärm und trägt somit zum Gesundheitsschutz für den Menschen bei.

Was bedeutet die Abkürzung „WKSB“?

Der Begriff „WKSB“ setzt sich aus den Begriffen Wärmeschutz, Kälteschutz, Schallschutz und Brandschutz zusammen. Arbeiten des Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzes werden von Isolierfachbetrieben (WKSB-Handwerk) bzw. von bauindustriellen Dienstleistern (Industrie-Isolierer) durchgeführt.

Welchen Nutzen hat eine Kältedämmung?

Die Kältedämmung ist eine dampfdiffusionsdichte Dämmung von Kälteleitungen, Klimaanlagen oder Luftkanälen. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Mediumstemperatur kleiner als die Umgebungstemperatur ist und somit der Wärmeübergang von der Umgebung an das Medium reduziert werden soll. Die Kältedämmung dient somit dazu, Leistungsverluste zu verhindern, die Effizienz von Kühlanlagen zu steigern und somit die Betriebskosten zu reduzieren.

Ein wesentliches Ziel einer Kältedämmung ist außerdem, Tauwasser zu verhindern und somit Schäden durch Korrosion (engl. Corrosion under Insulation, CUI) zu verhindern. Daher ist es essenziell, dass ein isoliertes Objekt korrosionsgeschützt ist, wenn es aus unlegiertem oder niedrig legiertem Stahl besteht. Denn hier kommt es leicht zur Tauwasserbildung an der Außenseite des Leitungssystems oder des kalten Bauteils (siehe dazu: DIN 4140). Bei Objekten aus nicht-rostendem austenitischen Stählen oder Kupfer muss von einem Fachplaner geprüft werden, ob auf Korrosionsschutz verzichtet werden kann.

Welchen Nutzen hat eine Wärmedämmung?

Eine Wärmedämmung ist die Dämmung eines Objekts, dessen Temperatur über der Umgebungstemperatur liegt. Somit wird der Wärmeübergang vom Medium an die Umgebung reduziert. Mithilfe einer Wärmedämmung kann somit ein wesentliches Ziel der technischen Isolierung erreicht werden: die Verminderung des Energieverlusts, der aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen Prozessmedium und Umgebung entsteht. In industriellen Anlagen kommt i.d.R. Mineralwolle als Dämmstoff zum Einsatz. Teilweise dienen Calcium-Magnesium-Silikatfasern (CMS) als Vorisolierung. Schaumglas setzt man vorwiegend dort ein, wo hohe Druckbelastungen auftreten.

Was macht den Schallschutz so wichtig?

Der Schallschutz hat zum Ziel, eine Schallübertragung von einer Schallquelle zu einem Empfänger zu mindern und somit die Lärmbelastung zu reduzieren. Schall breitet sich in mechanische Schwingungen und Druckwellen aus. Die vom Menschen hörbaren Schallschwingungen liegen im Frequenzbereich von 16 bis 20.000 Hz. Ob Geräusche, Erschütterungen oder Schwingungen: Eine professionelle Schallschutzisolierung verringert die Lärmbelastung erheblich. Typische Schallschutzvorrichtungen, die von Isolierbetrieben hergestellt bzw. verbaut werden, sind Schallschutzwände, Schalldämmkapseln, Schalleinhausungen oder Schalldämpfer für Industrieanlagen.


Wie trägt technische Isolierung zum Brandschutz bei?

Brandschutz kann Leben retten und Gebäudeschäden verhindern. Der vorbeugende Brandschutz muss deshalb im Rahmen von Bauprojekten oberste Priorität haben. Isolier-Fachbetriebe wissen, welche Materialien in Hinsicht auf die brandschutzbezogenen Vorgaben geeignet sind und sorgen für den fachgerechten Einbau. Sie kennen die neuesten Bestimmungen, Richtlinien und DIN-Normen, um den fachgerechten Brandschutz sicherzustellen. Mögliche Arbeiten, die Isolierfachbetriebe bzw. bauindustrielle Dienstleister umsetzen (Auszug):

  • Beratung bei der Erstellung und Umsetzung von Brandschutzkonzepten
  • Abschottungen von Kabel- und Rohrdurchführungen
  • Bekleidung von Lüftungsleitungen
  • Aufbringen von Brandschutzbeschichtungen
  • Herstellung von Brandschutzwänden und Schachtwänden
  • Einbau und Vermörtelung von Brandschutzklappen
  • Einbau von Brandschutztüren

Welche Dämmstoffe kommen zur technischen Isolierung zum Einsatz?

Unter Dämmstoffen für betriebstechnische Anlagen versteht man Stoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von < 0,06 W/(m·K) bei einer Mitteltemperatur von 0 °C. Je nach Anwendungsbereich kommen folgende Dämmstoffe zum Einsatz:

  • Mineralwolle (Glas-/Steinwolle, keramische Wolle) für die Wärmedämmung
  • Mineralwolle für den Brandschutz
  • Weiche Schaumstoffe (z.B. Elastomer)
  • Calciumsilikat, Vermiculit
  • Hartschaumstoffe (EPS, PUR und PEF)
  • Schaumglas
  • Schüttdämmstoffe
  • Dämmkork

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